Keine Lust auf überfüllte Postfächer? So schützen Sie sich vor Spam-E-Mails

Mitarbeiter erhält zahlreiche E-Mails während er auf der Tastatur arbeitet.

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Um 34 Prozent ist die Zahl der unerwünschten Werbenachrichten laut den E-Mail-Anbietern GMX und Web.de im Jahr 2018 gestiegen. Wir zeigen Ihnen, was Sie tun können, um der Spam-Welle zu entgehen.

Wer kennt es nicht? Sie haben vor kurzem ein Online-Formular ausgefüllt und nun versinkt Ihr Postfach in Werbe-E-Mails. Besonders heikel wird dieses Phänomen, wenn die geschäftliche E-Mail-Adresse betroffen ist und wichtige Nachrichten untergehen oder vor lauter Löschen die Arbeit liegen bleibt.

Im Gegensatz zu Phishing-Nachrichten zielen Spam-E-Mails nicht auf das Abfischen von sensiblen Daten ab, sondern meist auf den Verkauf von mehr oder weniger nützlichen Produkten. Das können vermeintliche Helfer für Schönheit und Gesundheit sein, eine Reise oder auch eine Mitgliedschaft für’s Fitnessstudio. Laut den E-Mail-Anbietern GMX und Web.de wurden im vergangenen Jahr im Schnitt etwa 150 Mio E-Mails als Spam aussortiert – dies sei ein Anstieg von 34 Prozent.

Spam erscheint in unterschiedlichen Formen und ist vor allem im Zusammenhang mit E-Mails bekannt. Es kann aber auch als Werbebanner, Pop-up oder als Werbebeitrag in Internetforen auftreten. Zudem können sie Links zu betrügerischen Websites enthalten und im Fall von Spam-E-Mails Anhänge mit Schadprogrammen.

 

Wie gehe ich mit Spam am besten um?

1. Nicht darauf reagieren

Spam-E-Mails ungeöffnet löschen oder in den Spam-Ordner verschieben. Mehr zum Umgang mit möglichen Betrugs-E-Mails finden Sie hier. Werbebanner, Pop-ups oder Werbebeiträge in Internetforen nicht beachten, weder antworten noch klicken. Am besten einen Ad-Blocker nutzen.

2. Keine Links anklicken, keine Anhänge öffnen, keine Daten preisgeben

Wenn Ihnen der Absender unbekannt ist, sollten Sie weder auf Links klicken noch Anhänge herunterladen. Schließlich könnten Sie Gefahr laufen, dass Sie Ihr Gerät mit einem Schadprogramm infizieren oder die Daten Kriminellen in die Hände fallen. Als Perseus-Kunde können Sie verdächtige E-Mails überprüfen lassen.

 

Was kann ich tun, um weniger Spam zu erhalten?

1. Gehen Sie sparsam mit Ihrer geschäftlichen E-Mail-Adresse um.

Geben Sie Ihre berufliche E-Mail-Adresse so selten wie möglich und nur an seriöse Dritte weiter. Personenbezogene Daten wie Ihre E-Mail-Adresse sind pures Geld wert und nicht umsonst werden solche Informationen auch im Darknet gehandelt. Aber auch auf legalem Weg werden derartige Informationen schneller weitergegeben, als man ahnt – dafür bedarf es nur der richtigen Klausel in der Datenschutzerklärung. Schauen Sie sich daher immer den Abschnitt mit der Formulierung “Weitergabe Ihrer Daten an Dritte” genau an.

2. Legen Sie sich eine Spam-Adresse für berufliche Zwecke an.

Wenn Sie in einem Job arbeiten, der die Herausgabe von Kontaktdaten regelmäßig erfordert: Legen Sie sich eine zweite E-Mail-Adresse an für Situationen, in denen Sie sich nicht sicher sind, was nach der Herausgabe mit Ihrer Adresse passiert. Auf diese Weise können Sie Werbenachrichten gut von Ihrem Arbeitspostfach trennen.

3. Trainieren und konfigurieren Sie Ihren Spam-Filter.

Spam-Filter sind Computerprogramme, die unerwünschte elektronische Werbung aussortieren. Indem Sie Spam-Nachrichten in Ihrem E-Mail-Programm als solche kennzeichnen, lernen die Filter dazu und sieben ähnliche E-Mails zukünftig aus. Da auch Filter Fehler machen können, sollten Sie regelmäßig Ihren Spam-Ordner auf fälschlicherweise aussortierte Nachrichten prüfen.

Nutzen Sie E-Mail-Dienstleister mit einem guten voreingestellten Spam-Filter und passen Sie diesen beliebig an.Hier finden Sie die Konfigurationshinweise zu den bekanntesten E-Mail-Anbietern:

GMX

Ihren Spam-Filter können Sie unter: “E-Mail → Einstellungen → Spam- und Virenschutz” einschalten und konfigurieren. Klicken Sie in der jeweiligen E-Mail auf “Spam” und “Kein Spam”, um Ihren persönlichen Filter zu trainieren. Weitere Informationen finden Sie hier.

Web.de

Passen Sie Ihren Spam-Filter unter “Posteingang → Einstellungen → Spam- und Virenschutz” an. Klicken Sie in der jeweiligen E-Mail auf “Spam” und “Kein Spam”, um Ihren persönlichen Filter zu trainieren. Weitere Informationen finden Sie hier.

Gmail

Konfigurieren Sie Ihren Spam-Filter im Postfach unter “Einstellungen (Zahnrad rechte obere Ecke) → Einstellungen → Filter & blockierte Adressen”. Klicken Sie in der jeweiligen E-Mail auf “Spam melden” und “Kein Spam”, um Ihren persönlichen Filter zu trainieren. Weitere Informationen finden Sie hier.

T-Online

Konfigurieren Sie Ihren Spam-Filter im E-Mail-Center unter “Einstellungen → E-Mail → Spamschutz”. Klicken Sie in der jeweiligen E-Mail auf “Spam melden” und “Kein Spam”, um Ihren persönlichen Filter zu trainieren. Weitere Informationen finden Sie hier.

Outlook

Konfigurieren Sie Ihren Spam-Filter im Postfach unter “Outlook → Einstellungen → Junk E-Mail”. Klicken Sie in der jeweiligen E-Mail auf die rechte Maustaste und dann “Als Junk-E-Mail markieren” und “Junk-E-Mail-Markierung aufheben”, um Ihren persönlichen Filter zu trainieren. Weitere Informationen finden Sie hier.

Freenet

Konfigurieren Sie Ihren Spam-Filter unter "Postfächer">"Einstellungen">"Sicherheit & Spamschutz”. Klicken Sie in der jeweiligen E-Mail auf "Als Spam markieren", um Ihren persönlichen Filter zu trainieren. Weitere Informationen finden Sie hier.

1&1

Setzen Sie im Posteingang einen Haken vor die jeweilige E-Mail und klicken Sie in der oberen Auswahl auf "Spam" oder “Kein Spam”, um Ihren persönlichen Filter zu trainieren. Weitere Informationen finden Sie hier.

4. Machen Sie es Kriminellen schwer mit einem Kopierschutz.

Es ist mittlerweile einfach, das Internet mit Hilfe von Computerprogrammen (Webcrawler) nach den E-Mail-Adressen von Unternehmen zu durchforsten. Diese werden dann einfach kopiert und in eine E-Mail-Liste zum Versand von Werbung aufgenommen. Schützen Sie sich und speichern Sie Ihre E-Mail-Adresse auf der Unternehmensseite nur als Bilddatei ab, diese sind für die Programme für gewöhnlich nicht lesbar. Aber seien Sie sich auch bewusst, dass dies für Ihre Kunden etwas lästig seinen kann.

5. Bitten Sie um Entfernung aus abonnierten E-Mail-Verteilern.

Sollten Sie die die Werbe-Nachrichten selbst abonniert haben (Newsletter, Checkbox für Marketing-Zwecke etc.), dann existiert meist eine Funktion zum Austragen aus der E-Mail-Liste. Sollte diese nicht vorhanden sein oder nicht funktionieren, dann bitten Sie darum, aus dem Verteiler entfernt zu werden. Laut der EU-Datenschutzgrundverordnung muss dieser Bitte nachgekommen werden, wenn der Verteiler ausschließlich dem Versand von Werbung dient.

6. Beschweren Sie sich.

Sollten sich einige Absender immer wieder durch den Spam-Filter mogeln, um Ihnen unerwünschte Werbenachrichten zu übermitteln, können Sie sich beschweren zum Beispiel bei der:

Internetbeschwerdestelle

Das gemeinsame Projekt des Verband der Internetwirtschaft e. V. (eco) und der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter e.V. (FSM) arbeitet mit verschiedenen Behörden und Partnern zusammen, um Internetkriminalität zu bekämpfen.

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