Homeoffice in der Coronakrise - mit Zeitverschiebung

Chaitanya besuchte gerade seine Familie in Indien, als die Corona-Krise Südasien erreichte, und arbeitet seither von Nagpur in Zentralindien aus für Perseus. Wie es für ihn ist, so weit entfernt von all seinen Kollegen zu arbeiten? Wir haben ihn gefragt.

Chaitanya ist einer der Backend-Developer von Perseus und arbeitet seit fast einem Jahr für das Unternehmen. Er ist in Indien geboren und aufgewachsen und zog nach Berlin, um Teil des Engineering-Teams von Perseus zu werden. Dort ist er inzwischen ein hoch geschätzter Mitarbeiter.

Chaitanya hatte vor, im März einen längeren Urlaub zu machen und seine Familie in Indien zu besuchen. Rückblickend hätte der Zeitpunkt schlechter kaum sein können. Das COVID-19-Virus verbreitete sich weltweit und führte zur Schließung von nationalen Grenzen. Chaitanya sitzt nun in Indien fest und wann er wieder nach Deutschland zurückkehren kann, ist vorerst noch völlig offen.

Dank Homeoffice, kann Chaitanya glücklicherweise trotzdem weiterhin für Perseus arbeiten. Wir haben ihn gefragt, wie er mit dieser Ausnahmesituation umgeht.

 

Perseus: Chaitanya, wie kam es dazu, dass du plötzlich von Indien aus arbeiten musst?

Ich bin hierher gekommen, um Urlaub zu machen und meine Familie zu besuchen. Kurz vor meiner Rückreise nach Berlin wurden allerdings sowohl in Europa als auch in Indien wegen der Coronavirus-Pandemie Reisebeschränkungen verhängt, die es mir unmöglich machten, zurückzukommen. Ich kontaktierte meinen Manager und unseren CEO, um zu beratschlagen, wie wir mit der unerwarteten Situation umgehen sollten. Beide waren sehr entgegenkommend und gemeinsam beschlossen wir, dass ich bis auf weiteres von Indien aus arbeiten werde.

Wie ist die politische und wirtschaftliche Situation dort aufgrund von COVID-19?

Indien unternahm einen sehr drastischen ersten Schritt und verhängte eine landesweite Ausgangssperre, obwohl die Zahl der Coronavirus-Infektionen noch unter 500 lag. Aufgrund dieser Einschränkungen dürfen Bürger nun ihre Häuser nur für notwendige Dinge, wie den Einkauf von Lebensmitteln oder den Gang zum Arzt, verlassen. In der ganzen Stadt patrouillieren Streifenwagen und Personen, die sich ohne triftigen Grund im Freien aufhalten, müssen Strafe zahlen.

Wie sieht dein Arbeitsalltag nun aus? Ist die Zeitverschiebung problematisch? Wie hast du deinen Arbeitsplatz gestaltet?

Der Zeitunterschied zwischen Deutschland und Indien beträgt nur 3 ½ Stunden, das ist also recht überschaubar. Ich beginne meine Arbeit gegen 11:30 Uhr IST (8 Uhr MEZ) und arbeite bis 21:30 Uhr IST (18 Uhr MEZ). Ich mache meine üblichen Pausen zum Essen und versuche, die Routinen, die ich sonst im Büro habe, aufrechtzuerhalten.

Bezüglich des Arbeitsplatzes: Ich habe meinen Büro-Laptop nicht mit nach Indien gebracht; mein privates Notebook hat jedoch die gleiche Konfiguration, wie mein Arbeitslaptop und so erhielt ich die Erlaubnis, alles Nötige auf meinem privaten Rechner einzurichten. Ich hatte bereits einen Schreibtisch zu Hause, das war also auch kein Problem.

Was sind die Vor- und Nachteile, von Indien aus zu arbeiten? 

Ich habe das Gefühl, dass ich mehr Zeit habe, an Funktionen unseres Produkts zu arbeiten, zu denen ich an einem arbeitsintensiven Tag im Büro nicht komme. Ich habe hier weniger Ablenkungen und es fällt mir leichter, mich zu konzentrieren. Auch aus persönlicher Sicht bin ich sehr froh, in diesen ungewissen Zeiten bei meiner Familie zu sein und helfen zu können, wann immer ich gebraucht werde.

Auf der anderen Seite vermisse ich natürlich unsere positive und offene Büroatmosphäre und meine ganzen Kollegen. Die Aussicht darauf, mich täglich mit meinen Kollegen austauschen zu können, war immer etwas, worauf ich mich gefreut habe. Aber natürlich gibt es immer noch sehr viele Meetings und mein Arbeitsplan ist sehr straff.

Wie bleibst du mit der Firma verbunden?

Wir haben jeden Morgen ein unternehmensweites Meeting, in dem wir von unserem CEO alle notwendigen Updates erhalten. Auch innerhalb meines Entwicklerteams gibt es tägliche Besprechungen, in denen wir unsere Fortschritte teilen und alles weitere erörtern. Das hilft mir, auf dem Laufenden zu bleiben.

Wie kommst du allgemein damit zurecht, von zu Hause aus zu arbeiten? Haben sich deine Aufgaben verändert? Was vermisst du am meisten daran, nicht im Büro sein zu können?

Eine Sache, die ich gerne mache, ist, immer mal wieder den Ort zu wechseln, wo ich im Haus arbeite. Das hilft gegen die Eintönigkeit und Langeweile. Und Aufgrund der Zeitverschiebung esse ich jetzt zu Mittag, bevor ich anfange zu arbeiten, was auch ungewöhnlich für mich ist.  Wenn ich Fragen oder Probleme habe, ist mein Team in Berlin stets für mich da und ich bekomme die Unterstützung, die ich brauche. Allerdings vermisse ich meine Kollegen, die Teamveranstaltungen und die Büroumgebung sehr, und ich hoffe, dass ich bald wieder alle persönlich sehen kann!

 

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