Cybersicherheitslage „auf sehr hohem Niveau angespannt“

Der aktuelle BSI-Bericht zur Lage der IT-Sicherheit in Deutschland zeichnet ein düsteres Bild. Die Anzahl der Schadprogramme steigt dramatisch schnell.

Jeden Tag wächst die Zahl der Schadprogramme im Netz um rund 320.000. Innerhalb eines Jahres sind 117,4 Millionen neue Varianten hinzugekommen. Insgesamt übersteigt die Zahl der Schadprogramme inzwischen die Milliardengrenze.

Diese dramatischen Zahlen hat das BSI in seinem aktuellen „Bericht zur Lage der IT-Sicherheit in Deutschland 2020“ bekannt gegeben. Daher sei die Cybersicherheitslage „ auf einem sehr hohen Niveau angespannt“, sagt Arne Schönbohm, Präsident des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) – der Cybersicherheitsbehörde des Bundes.

Alle Branchen und Unternehmensgrößen betroffen
Betroffen von Ransomware-Angriffen waren Unternehmen und Institutionen aller Größen und Branchen: Automobilhersteller und ihre Zulieferer, Flughäfen und Fluggesellschaften, Verwaltungen, Krankenhäuser, Hochschulen, aber auch kleine und mittelständische Unternehmen, die sich durch die Produktion spezieller Komponenten im Maschinenbau auszeichnen.
Allein in Deutschland sind zwischen Juli und September 2019 etwa 15 000 Patientendatensätze öffentlich zugänglich gewesen. Dazu gehörten Patientennamen, Geburtsdaten, Untersuchungstermine, Informationen zur Behandlung und hochauflösende Röntgenaufnahmen.

Covid und Home Office: Digitalisierungsschub für mehr Cyber-Sicherheit nutzen
Auch während der Corona-Pandemie hat die Bedrohung durch Cyberangriffe nicht nachgelassen, im Gegenteil: Seit dem Lockdown Anfang März ist fast jeder fünfte Arbeitnehmer Opfer eines Cyberangriffs geworden. Die Cyberkriminellen haben im Laufe der Pandemie ihre Taktik verändert und sind den Menschen nach Hause in ihr Home Office gefolgt. Nun ist auch dies ein Einfallstor für neue Formen von Datendiebstahl.
Das Problem: Die Pandemie hat der Wirtschaft zwar einen Digitalisierungsschub gebracht, aber auch das Risiko von Cyberangriffen erhöht. Die Cyberbedrohungen nehmen schneller zu als die Fähigkeit der meisten Unternehmen, damit fertig zu werden.

Angriffe immer intelligenter und immer gezielter
Das Auftreten des Trojaners Emotet, der zurzeit gefährlichsten Schadsoftware der Welt, markierte im letzten Jahr einen Methodenwechsel: „Waren früher noch ungezielte Massenangriffe auf zufällig getroffene Ziele das Mittel der Wahl, so werden Schadsoftware-Angriffe mittlerweile immer intelligenter und – durch einen geschickt kombinierten Einsatz verschiedener Schadprogramme – gezielter“, so die BSI-Cybersicherheitsexperten. Die Schadwirkung dieser Vorgehensweise sei immens.

Unsicherheitsfaktor Mensch als Einfallstor für Cyberangriffe

Doch es sind nicht nur Cyberkriminelle, die von außen versuchen, auf Unternehmensdaten, Kundendaten und geistiges Eigentum zuzugreifen. Auch der eigene Mitarbeiter kann sich als Schwachstelle im Sicherheitsnetz erweisen. Die Angreifer setzen verstärkt auf den Faktor "Mensch" als Einfallstor für Angriffe, die mit Social-Engineering-Methoden und Phishing arbeiten und gleichsam als Türöffner für weitere Angriffe dienen.

Die Einschätzung des Gefahrenpotentials durch das BSI deckt sich mit unseren Erkenntnissen. Lesen Sie auch unsere neue Studie zur Cybersicherheit in Corona-Zeiten: https://www.perseus.de/studie-cybersicherheit-corona-2020/

Weitere Informationen und Beispiele sind im „Bericht zur Lage der IT-Sicherheit in Deutschland 2020“ zusammengefasst.

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